Statement zu Sascha Deisel

  • von

Sascha Deisel lässt sich für den Wahlaus­schuss aufstellen:


Knapp drei Jahre ist es her, dass Sascha Deisel am 9.11., dem Gedenk­tag für die Novem­ber­po­grome, in einer Berli­ner Kneipe das Wester­wald­lied anstimmte.[1] Dieses Lied wurde vor allem in der NS-Zeit zur Überhö­hung des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Gedan­ken­guts genutzt. Dass ausge­rech­net dieses Lied von einem Jugend­ver­band der CDU in einer Berli­ner Kneipe angestimmt und an diesem 09.11. gezielt provo­ka­tiv gegen­über den anderen Gästen gesun­gen wurde, “ausge­las­sen und stimmungs­voll” wie die Reise­gruppe der Jungen Union selbst schrieb[2], ist unhalt­bar und führte glück­li­cher­weise zumin­dest zum Rücktritt Deisels als AStA-Referent für Politi­sche Bildung.[3] Weitere Konse­quen­zen für dieses inakzep­ta­ble Verhal­ten fehlen bis heute. Auch der RCDS (Ring Christ­lich-Demokra­ti­scher Studen­ten) hat sich nur mangel­haft zu diesem Fehlver­hal­ten positio­niert, geschweige denn ernst­zu­neh­mende Konse­quen­zen daraus gezogen. [4] 

Statt­des­sen konnte Sascha Deisel noch eine Weile im Amt des Vorsit­zen­den der RCDS-Hochschul­gruppe (HSG) verwei­len und wurde von seiner HSG sogar auf Listen­platz 1 zur Senats­wahl aufge­stellt, wo er dann auch eine Legis­la­tur (politisch isoliert von den übrigen studen­ti­schen Senats­mit­glie­dern) verbrachte.  Da im Januar wieder die StuPa-Wahlen anste­hen, hat sich der Wahlaus­schuss kürzlich konsti­tu­iert. Dafür benen­nen u.a. alle im StuPa vertre­te­nen Hochschul­grup­pen, die eine gewisse Stimmen­an­zahl bei der letzten Wahl sammeln konnten, Wahlaus­schuss­mit­glie­der. Für die Organi­sa­tion der kommen­den StuPa-Wahl stellen von den politi­schen HSGn Campus­grün, Linke Liste/SDS, Jusos und RCDS Mitglie­der im Wahlaus­schuss. Der RCDS hat hierbei zunächst Sascha Deisel entsandt. Die Wahllei­tung besteht aus drei Perso­nen, wovon eine durch die Opposi­tion gewählt werden soll: also Jusos oder RCDS. Nun ist es so, dass Sascha Deisel durch Nikolas von Still­fried Ratto­nitz ausge­tauscht wird. Nichts­des­to­trotz ist es enorm fragwür­dig, dass es überhaupt möglich war, dass Sascha Deisel noch irgend­ein hochschul­po­li­ti­sches Amt stell­ver­tre­tend für den RCDS beklei­den konnte. 


Wir begrü­ßen daher sehr, dass Sascha Deisel den RCDS nicht mehr im Wahlaus­schuss vertritt. Dennoch ist es ein unver­kenn­ba­res Zeichen, dass der RCDS ihm überhaupt die Möglich­keit dafür gab. Dementspre­chend fordern wir den dauer­haf­ten Ausschluss von Sascha Deisel für alle hochschul­po­li­ti­schen Ämter, sowie den Rückzug aus der RCDS-HSG. Solange das nicht passiert, solida­ri­siert sich der RCDS mit Deisel, was ihn am Ende kein Stück besser macht als Sascha Deisel selbst, der 2018 dieses Wehrmachts­lied in äußerst pietät­lo­sem Kontext anstimmte.

Quellen

[1] Alexan­der Fröhlich auf Twitter: “Na @JUBerlin, wer von Euch hat Freitag, 9.11., in Kneipe “Zur Quelle” in #Berlin-Moabit bierse­lig, lauthals das bei Nazis/Reichswehr beliebte, vom ⁦@BMVg_Bund⁩ 2017 aus ⁦Bundes­wehr⁩ verbannte Wester­wald­lied “gesun­gen”? ⁦@Tagesspiegel⁩ ⁦@LorenzMaroldt⁩ https://t.co/os7bRZWSM9″ / Twitter[2] https://www.ju-limburg.de/aktuelles/junge-union-singt-westerwaldlied‑1/[3] Campus Mainz: AStA Referat für politi­sche Bildung: Pietät­lo­ses Auftre­ten führt zu Rücktritt (campus​-mainz​.net) [4]https://​www​.facebook​.com/​r​c​d​s​m​a​i​n​z​/​p​o​s​t​s​/​2​0​8​5​0​9​0​2​3​8​2​2​2​4​1​2​?​_​_​t​n​_​_​=-R

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.